Das Fahrwerk der R1200S:

Die Fachwerk-Rahmenkonstruktion der R-Modelle, die den Motor als tragendes Element in das Fahrwerk integriert, zählt ebenfalls zu den bewährten Lösungen. Die R 1200 S verfügt über einen dreiteiligen Rahmen, der speziell auf das Sportmotorrad abgestimmt ist. Mittel- und Vorderteil der Gitterrohrkonstruktion sind aus Stahl gefertigt, während das verschraubte Rahmenheck aus leichtem Aluminium-Vierkantrohr besteht. Die Vorteile dieser Bauart liegen nicht nur im geringen Gewicht, sondern auch in der einfachen und kostengünstigen Reparatur von Unfallschäden im Heckbereich.
Die ebenfalls verschraubten Soziusfußrastenträger lassen sich – etwa für den Einsatz auf der Rennstrecke – im Handumdrehen demontieren.
Stabiler Telelever mit steilem Lenkkopfwinkel.
Die Lenkpräzision spielt bei Sportmotorrädern eine besondere Rolle.
Neben der exakten Umsetzung seiner Lenkbefehle verlangt der Fahrer aber auch eine klare Rückmeldung des Vorderrades. Aus diesem Grund kommt bei der R 1200 S die Telelever-Vorderradführung mit 41 Millimeter starken Standrohren und 110 Millimeter Radfederweg zum Einsatz. Der Telelever, dessen Längslenker sich über ein speziell abgestimmtes Federbein abstützt, arbeitet wie gehabt wartungsfrei und reduziert das Bremsnicken gezielt auf ein Minimum. In neuer Auslegung präsentiert sich hingegen die Fahrwerkgeometrie. Schon ihre Eckdaten geben einen deutlichen Hinweis auf die Agilität und Handlichkeit, mit der sich der voll getankt nur 213 Kilogramm schwere Sportboxer auf kurvenreichen Strecken bewegen lässt.
Der Lenkkopfwinkel ist mit 66 Grad um ein Grad steiler als beim Vorgänger, während der Nachlauf des Vorderrades statt 100 nur noch 87 Millimeter beträgt. Dass der Radstand gleichzeitig von 1478 auf 1487 Millimeter gewachsen ist, spielt in diesem Zusammenhang eine kaum wahrnehmbare Rolle. Sportfahrer werden zu schätzen wissen, dass die R 1200 S im Vergleich zum Vorgänger zwei Prozent mehr Schräglagenfreiheit bietet und
damit Schräglagen von 52 Grad erlaubt.
Federbein mit wegabhängiger Dämpfung stützt Evo-Paralever ab.
Die Vorteile des Paralevers von BMW Motorrad sind hinreichend bekannt: Dank einer Öl-Lebensdauerfüllung im Achsantrieb arbeitet der Leichtbau-Kardanantrieb in der einarmigen Radführung wartungsfrei und bringt nur wenig mehr Gewicht auf die Waage als eine konventionelle Schwinge mit Kettenantrieb. Die Konstruktion aus Aluminiumguss stützt sich über ein modernes Gasdruckfederbein mit wegabhängiger Dämpfung (WAD) am Rahmen ab und bietet 120 Millimeter Radfederweg. Das WAD-System arbeitet dabei progressiv: Je tiefer das Federbein eintaucht, desto stärker wirken die Dämpferkräfte dem entgegen. Im Ergebnis sorgt das System für ein feinfühliges Ansprechverhalten bei leichten Fahrbahnunebenheiten sowie für eine hohe Stabilität auf schlechtem oder stark welligem Asphalt.
Leichtmetall-Räder in dynamischem Design mit Sport-Radialbereifung.
Das schwungvoll dynamische Design der Alu-Räder ist bereits aus den sportlichen K-Modellen bekannt und bereichert nun erstmals die
Boxer-Baureihe. Besonders das formschöne Hinterrad ist ein echter Blickfang, weil der hoch verlegte Schalldämpfer freie Sicht darauf gewährt.
Auch hinsichtlich der Raddimensionierung präsentiert sich die R 1200 S sportlich: Vorn ist die 3,50 x 17 Zoll große Felge mit einem besonders
gut haftenden Sport-Radialreifen der Größe 120/70 ZR 17 bestückt, auf der hinteren, 5,50 x 17 Zoll großen Felge ist ein griffiger Sport-Radialpneu im Format 180/55 ZR 17 aufgezogen. Auf Wunsch wird die R 1200 S ab Werk mit einem 6 Zoll-Hinterrad mit 190er Reifen ausgeliefert.
Sportbremsanlage auf Wunsch mit ABS.
Bei der Bremsanlage gibt sich die neue BMW R 1200 S kompromisslos sportlich. Im Vorderrad sitzen zwei 320 Millimeter große und 4,5 Millimeter starke Bremsscheiben, die von zwei Vierkolben-Festsätteln in die Zange genommen werden. Schon die R 1100 S war mit 305 Millimeter großen und 5,0 Millimeter starken Scheiben nicht mager ausgestattet. Das Hinterrad wird von einem Doppelkolben-Schwimmsattel auf einer 265 Millimeter großen Scheibe verzögert. Damit sich der Sportfahrer auch beim Rennstrecken-Einsatz auf einen gleich bleibenden, gut dosierbaren Druckpunkt und geringe Bedienkräfte verlassen kann, erfolgt die hydraulische Ansteuerung der Bremszangen über hochwertige stahlarmierte Bremsschläuche.
Auch bei der Wahl eines geeigneten ABS stand der sportlich orientierte
Fahrer im Mittelpunkt der Überlegungen: Die Ingenieure entschieden sich für ein weiterentwickeltes Zweikanal-ABS ohne Integralfunktion und ohne Bremskraftverstärker, das durch sein geringes Gewicht und seine kompakte Gestaltung überzeugt und ein Mehrgewicht von lediglich 1,5 Kilogramm mit sich bringt. Für das geringe Gewicht zeichnet ein neu konzipierter, äußerst kompakter Druckmodulator verantwortlich, der über linear regelbare Einlassventile den optimalen Bremsdruck im Regelbereich – also bei einer Bremsung mit Blockiergefahr – mit sehr schnellen und feinen Regelintervallen aufrecht erhält. Die neuen Regelventile mit stufenlos variablen Querschnittsöffnungen sorgen zudem dafür, dass der Fahrer nur noch ein schwaches Pulsieren in den Bremshebeln wahrnimmt. Bei Einsätzen auf abgesperrter Rennstrecke kann das ABS abgeschaltet werden. Außerdem wartet das neue BMW Motorrad ABS mit erweiterten Diagnosefunktionen auf. Beispielsweise überwachen die Raddrehzahlsensoren automatisch ihren Abstand zum Sensorrad und tragen damit zur überragenden Sicherheit des Systems bei.


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